Aufstellung: Der verletzte weibliche Schoßraum
Die Aufstellerin hatte vor zwei Monaten eine Ausschabung am Muttermund und trennte sich kurz darauf von ihrem Freund aufgrund von Übergriffigkeit. Sie wählt als Stellvertreterinnen: sich selbst, den Muttermund (später die Vulva), den Virus, die Würde, die Beschämung, den Selbstwert, das Herz, die Weiblichkeit und die Männlichkeit.
Das Feld öffnet sich. Ich, stellvertretend für den Virus, erkenne schnell, dass ich keine zentrale Rolle spiele. Die Beschämung empfindet starken Schmerz und befindet sich am Rande des Feldes positioniert. Die anderen Aspekte interagieren miteinander, während die Weiblichkeit etwas außerhalb dieser Dynamik bleibt. Die Männlichkeit ist präsent, fühlt sich unwohl und ist unsicher, wie sie sich verhalten soll.
Der Prozess verläuft zäh, bis die Männlichkeit plötzlich in die Mitte tritt und die anderen Aspekte, einschließlich der Aufstellerin, an den Rand drängt. Der Prozess stockt, der Virus hat das Feld verlassen. Ich spüre den Impuls, als Mann in der Kraft zurückzukehren. Der Leiter möchte jedoch erst etwas klären und fordert die Männlichkeit auf, das Feld zu verlassen. Diese geht, erleichtert, dass sie dies ohne Gesichtsverlust tun kann.
Zusammen mit der Männlichkeit kehre ich als Mann in der Kraft ins Feld zurück. Es beginnt, sich etwas zu bewegen. Der Muttermund äußert den Wunsch, als komplette Vulva zu erscheinen, und nähert sich dem Mann in der Kraft mit Freude. Die anderen Aspekte wie Beschämung und Selbstwert sind irritiert und fordern die Vulva auf, sich zurückzuhalten. Ich habe den Impuls, mit der Vulva näher zur Aufstellerin zu gehen und verbinde mich mit dem Herz. Der Selbstwert kommt hinzu und nimmt meine Hand, wodurch sich ein Kreis schließt. In diesem Moment erwacht die Aufstellerin und schaut mir in die Augen. Eine wohltuende Verbundenheit entsteht.
Die Würde, die wie ein schwarzer Panther um uns schleicht, berühre ich sanft und lade sie ein, in den Kreis zu treten. Eine spürbare Versöhnung findet statt, und die männliche Kraft stärkt das gesamte Feld. Die eigentliche Aufstellerin befindet sich nun im Feld, spürt die neue Kraft der Versöhnung und genießt diese Momente.
Die Weiblichkeit hat sich unbedeutend gefühlt, erkennt sich jedoch kurzzeitig als Mutter, stellvertretend für die gesamte Mutterlinie der Ahnen. Sie war die verletzte Weiblichkeit und hat das Feld ebenso verlassen wie die verletzte Männlichkeit.
Die Erkenntnis: Die Frau findet keine Heilung ohne die männliche Kraft – sei es über die männliche Kraft in ihr selbst oder die physische Präsenz. Für mich gilt das natürlich im umgekehrten Fall auch für die verletzte Männlichkeit.
Die Aufstellung hat auf beeindruckende Weise meine These zum Tanz der Geschlechter aufgezeigt